PKW – IFA F 8

IFA F8

Der IFA F8 ist ein Pkw des Industrieverbandes Fahrzeugbau der DDR, der als Weiterentwicklung des fast baugleichen DKW F8 zwischen 1949 und 1955 hergestellt wurde. Der F8 steht in der Reihe der DKW Frontwagen, die 1931 mit dem F1 begann, dem ersten Serienfahrzeug, in dem der Frontantrieb erfolgreich eingesetzt wurde.

Geschichte

Die Audi-Werke in Zwickau, die ab 1945 zunächst den Befehl hatten, Reparaturarbeiten für die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) auszuführen, planten bereits ab 1946, die Neuwagenproduktion auf Basis des Vorkriegsmodells DKW F8 wieder aufzunehmen. Das erste neu gebaute Fahrzeug wurde 1947 noch unter der Bezeichnung „DKW-IFA F8“ auf der Leipziger Messe präsentiert. 1948 wurden der SMAD in Berlin-Karlshorst drei Prototypen vorgestellt. Ein Jahr später begann die Serienproduktion. Recht bald wollte man die Fertigung dieses althergebrachten Baumusters jedoch wieder beenden. Umfangreiche Auslandsaufträge bewogen 1953 aber zu einer Fortsetzung der Produktion, wobei einige Detailverbesserungen, wie eine geänderte Vorderradaufhängung, realisiert wurden. Zum Typenprogramm gesellten sich weitere Cabrio-Modelle. Bis zur endgültigen Produktionseinstellung im Jahr 1955 liefen rund 25.000 IFA F8 vom Band.

Technik

Motor

Bauart 2-Zylinder-Zweitakt-Ottomotor,
in Reihe vorn quer eingebaut
Hubraum 690 cm³
Max. Leistung 20 PS (15 kW) bei 3500 min−1
Max. Drehmoment 49 Nm bei 2500/min
Höchstgeschwindigkeit 85 km/h
Kraftstoff Gemisch 1 : 25
Verbrauch auf 100 km 7,5–8 l

Der IFA F8 hatte den 0,7-Liter-Motor der DKW-Meisterklasse, der seit 1933 weitgehend unverändert die DKW-Frontwagenantrieb. Er wurde nach dem Krieg im Motorenwerk Chemnitz produziert. Zur Technik des hinter der Vorderachse eingebauten Zweitaktmotors mit Schnürle-Umkehrspülung gehörten Thermosiphonkühlung und der Flachstromvergaser H30 der Berliner Vergaser-Fabrik. Die Kraft wurde über ein Dreiganggetriebe (mit sperrbarem Freilauf in allen drei Gängen) auf die Vorderräder übertragen. Gestartet wurde der F8 mit Dynastart – einer Kombination aus Anlasser und Lichtmaschine.

Der Motor wurde mit geänderter Drehrichtung und erhöhter Leistung im AWZ P70 weiterverwendet und diente als Grundlage für den bis 1990 produzierten Trabant-Motor.

Karosserievarianten

IFA F8 Limousine (Foto: © Ralf Christian Kunkel)
IFA F8 Kombi (Foto: © Ralf Christian Kunkel)
IFA F8 Luxus-Cabriolet (Foto: © Ralf Christian Kunkel)
IFA F8 Export-Cabriolet (Foto: © Ralf Christian Kunkel)
Limousine Kombi Cabriolet Lieferwagen
Länge 3,90 m 4,00 m 3,90 m
Breite 1,48 m 1,48 m 1,48 m
Höhe 1,48 m 1,48 m 1,48 m
Gewicht 750 kg 780 kg 900 kg
Zul. Gesamtgewicht 1120 kg 1170 kg 1290 kg
Basispreis 8.415 DM 9.400 DM 11.325 DM

 

Während das Original, der DKW F8, nur als Lieferwagen, Limousine und als Cabriolet gefertigt worden war, erhielt der neue IFA F8 auch einen Aufbau als Kombi und Pritschenwagen und konnte so vielseitig eingesetzt werden. Die Karosserie bestand aus Holz und war mit Kunstleder überzogen. Für die Kotflügel und die Motorhaube einschließlich Kühlergrill wurde Stahlblech verwendet. Die Cabrio-Karosserie war komplett mit Blech belegt. Ab Februar 1953 wurden Motorhauben und andere Teile des Cabrios aus duroplastischem Kunststoff (baumwollfaser-verstärktem Phenolharz) hergestellt. Luxuscabriolet und Cabrio mit Sonderkarosserie des Karosseriewerkes Dresden wurden erstmals auf der Leipziger Messe 1953 vorgestellt.

Die Räder waren vorn einzeln aufgehängt, hinten an einer Starrachse, vorn und hinten gefedert durch Querblattfedern mit hydraulischen Hebelstoßdämpfern. An allen vier Rädern befanden sich mechanische Duplexbremsen. Die Lenkung war eine Zahnstangenlenkung mit Geradverzahnung.

Weiterführende Hinweise

 

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